Sonntag, 28. Februar 2010

Samoa, die Perle der Südsee

Als wir in Samoa ankamen, waren wir eigentlich noch gar nicht losgeflogen. Also wir kamen sozusagen vor unserem Abflug schon an. Am Vortag, um genau zu sein, 18h bevor wir unseren sechsstündigen Flug angetreten hatten. Verwirrend! Aber der Empfang am Flughafen war dafür umso herzlicher: mit einer Gruppe Samoanischer Sänger bei der Gepäckausgabe!



Mit unseren gelben, wohlduftenden Blumenkränzen fuhren wir gegen Mitternacht zu unserem Hotel in Apia. Apia ist als Hauptstadt des aufstrebenden Entwicklungslandes Samoa in den letzten Jahren sehr stark und schnell gewachsen, so dass eigentlich überall gebaut wird. Dazu kommen natürlich Probleme wie Müll und wilde Hunde, die leider das Stadtbild prägen... Eine Stadt im Paradies hatten wir uns anders vorgestellt, aber angeblich sind die Hauptstädte von Fiji und anderen Inselnationen noch schlimmer. Prost Mahlzeit, wir raten jedem davon ab, mehr als einen Tag dort zu verbringen!

Wirklich interessant war hingegen der Markt, auf dem wir uns zum Mittagessen Palusami erhandelten, ein traditionelles Gericht aus Taro-Blättern und Kokosnusscreme, und Bananapancakes, kleine Minikrapfen aus Bananenteig. Beides äußerst lecker! Leider manches zum dreifachen Preis, da wir unschwer als Touristen zu erkennen waren und als solche oft nicht sehr freundlich behandelt wurden. Das ist leider eine Erfahrung, die sich die zwei Wochen vor allem für Jana durchzog. Die Samoaner begegneten uns oft nicht freundlich, eher abweisend und Männer teilweise abschätzig. Die einladenden, lächelnden Gesichter, die einen von jedem Werbeprospekt entgegenstrahlen, sahen wir leider nicht viel. Trotz aller Anstrengungen unsererseits bezüglich Kleidung, Verhalten usw...

Allerdings hielt unser erster Tag in Samoa gleich eine besondere Begegnung für uns bereit: Die frisch gegründete Samoanische Damen-Cricketmannschaft feierte an unserem Hotelpool ihren Sieg über die Fijianische Mannschaft und lud uns gleich zu sich ein, gab jede Menge Bier und Wein aus und nahm uns später mit in eine Bar Downtown. Ein toller Abend!

Am folgenden Tag besuchten wir das Robert Louis Stevenson Museum und am Nachmittag feuerten wir „unsere“ Cricketmannschaft an, die ihr letztes Teilspiel gegen Fiji bestritt. Ein Cricketspiel besteht aus drei Teilspielen, die jeweils den ganzen Tag dauern und von denen zwei gewonnen werden müssen. Zwei Mannschaften, in denen es Werfer und Fänger gibt und es sieht auf den ersten Blick aus wie Baseball, ist aber ganz anders. Nach und nach erklärten uns die Profis ihr Spiel, so dass wir zumindest in den richtigen Momenten jubeln konnten :-)


Lalomanu soll der schönste Strand Samoas sein – also nichts wie hin! Dachten wir uns und machten uns am nächsten Vormittag mit dem öffentlichen Bus auf den Weg ans andere Ende der Insel. Zwei Stunden Fahrt auf Holzbänken zwischen eher stärker beleibten Samoanern, auf jeden Fall ein Erlebnis. Aber irgendwann waren wir dann da und wir fragten beim Aussteigen den Busfahrer, wann er denn wieder da sei, um uns für die Rückfahrt nach Apia aufzusammeln. Wir erhielten die Antwort fünf Uhr.

Also gingen wir runter zum Strand (der erste und einzige der gesamten ersten Woche auf Samoa!)... Der Tsunami vor einem halben Jahr hatte große Verwüstung angerichtet, von der leider immer noch sehr viel zu sehen war. Der schönste Strand Samoas voller Unrat, umgeworfener Bäume, eingestürzter Häuser und Wracks... Damit nicht genug – es setzte starker Dauerregen ein und wir flüchteten uns unter eine der kleinen, wieder aufgebauten Lalomanu Beach Fales. In der Nähe gab es eine Art Imbiss mit Terrasse, wo wir uns dann im Trockenen eine Portion Fish&Chips teilten und von dem Inhaber angesprochen wurden, wo wir denn heute übernachten würden. Wir sagten „In Apia“ und er schaute mitleidig wissend. Warum wurde uns dann nach dem folgenden Gespräch klar: Nach Mittag fährt kein Bus mehr in Richtung Apia... Das heißt, der Busfahrer kommt nicht um fünf Uhr am Nachmittag zurück, sondern um fünf Uhr am nächsten Morgen!?
Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Apia und hofften auf eine Mitfahrgelegenheit. Schließlich ergatterten wir ein Taxi, das uns dann zurückbrachte...
Was für ein Tag.

Nach Apia stand als nächstes Manono Island auf dem Programm. Wir machten uns mit Taxi und Boot auf dem Weg zu der kleinen Insel, auf der uns das „Sunset View Beach Resort“ erwartete. Der Reiseführer versprach eine paradiesische, ruhige Insel mit weißen Stränden. Wir waren da – Strand und Resort leider nicht. Hinter dem Steg, an dem wir anlegten, befand sich eine große Baustelle aber kein Resort. Wir bezogen die für uns reservierte kleine „Beach Fale“, die in den letzten Monaten wohl nie einen Besen oder gar einen Putzlappen gesehen hatte, was den dort lebenden kleinen Krabbelinsekten sichtlich gefiel. Uns weniger. Wir machten uns nach dem „Einchecken“ also gleich auf den Weg, einmal die Insel zu umrunden und vielleicht doch noch irgendwo einen Strand zu entdecken. Fehlanzeige. Mit diversen Pausen, um uns vor dem immer wieder einsetzenden Regen unterzustellen, brauchten wir ca. 2 Stunden, um einmal die Insel zu umrunden. Da die Aktivitäten damit dann auch schon so ziemlich erschöpft waren, freuten wir uns für auf die Weiterreise am nächsten Tag...


In unserem dritten und letzten Domizil lag nun unsere ganze Hoffnung auf Strand, Sonne und Paradiesfeeling. Und tatsächlich: Das Sa’moana Resort hatte einen (zwar sehr kleinen, aber immerhin) Strand und war eine sehr schöne Anlage mit Palmen, kleinen Hütten und Liegestühlen hier und da. Hier verbrachten wir dann eine sorgenfreie Woche mit viel Scrabble-Spielen (der Regen überkam uns auch hier sehr oft), Kajakfahren, Schnorcheln und Lesen.




Chris machte außerdem noch einen Ausflug zum sagenumwobenen To Sua Ocean Trench, einer riesigen Meeresausspülung, in die man über eine Holzleiter 15m hinabsteigen und hinein schnorcheln kann. Fantastisch! Auch der knapp 60m tiefe Wasserfall, den wir anschließend noch aufsuchten, ist schwer in Worte zu fassen und einfach beeindruckend. Wie die Sonnenuntergänge...





Bei einer Fia-Fia-Nacht, einem Abend mit traditionellem Essen und Tanz, probierten wir Kava (das leicht betäubende Getränk aus der Kavawurzel) und aßen viele leckere Sachen: Palusami, Tarowurzel und Brotfrucht mit Kokoscreme, in Kokos und Limone marinierter Fisch, Hühnchen und eine Art süßes Brot mit Karamell. Dazu gabs frische Kokosnuss zum trinken. Sehr lecker!! Und wir natürlich in unseren Lava Lavas, den traditionellen „Röcken“ in Samoa, die Männer und Frauen gleichermaßen tragen.



Der Zyklon, der zwei Tage später dicht an Samoa vorbei zog, brachte uns eine aufregende und äußerst stürmische Nacht mit permanentem Stromausfall, fehlender Wasserversorgung (alle Wasserpumpen laufen mit Strom) und allem, was Spaß macht. Aber uns ist nichts passiert und wir konnten uns noch zwei Tage von diesem Erlebnis erholen, das uns glücklich sein ließ, bloß die Ausläufer des Sturms mitbekommen zu haben.

Und dann gings auch schon wieder zum Flughafen und weiter in Richtung Neuseeland, wo uns wieder etwas komplett anderes erwartete... to be continued soon ;-) Bis dahin mit ganz lieben Grüßen, Jana und Chris

Unsere letzten Australien-Abenteuer

Seit unserem letzten Blogeintrag aus Brisbane sind schon einige Tage ins Land gegangen, aber nun sind wir wieder mal online und hier kommen viele neue Berichte und Bilder :-)
Nachdem wir unseren 4WD abgeholt hatten, ging es in Richtung Norden. Das Ziel: Fraser Island. Fast schon ein Muss für jeden Australien-Besucher! Der Weg dorthin führte uns vorbei an den Glasshouse Mountains und entlang der hübschen Sunshine Coast inklusive dem sympathischen Örtchen Noosa Heads.


Auf unserem Weg begleiteten uns schöne Strände und super Wetter. Unser für Fraser Island neu erworbenes Zelt stellten wir probeweise in Peregian Beach auf und zum Abendessen gabs frisch auf dem Campinggaskocher zubereitete Pasta mit scharfer Tomaten-Thunfisch-Soße, dazu Cracker. Köstliches Campingessen! ;-)

Am nächsten Tag wurde es dann ernst und wir machten uns mit den vorab organisierten Permits für uns, unser Zelt und unser Auto auf den Weg nach Fraser Island. Man hatte uns bereits darauf hingewiesen, dass wir für die Sandstraßen dort (die Insel ist eine reine Sandinsel, auf der es keine Straßen im bekannten Sinne gibt) besser die Luft aus den Autoreifen lassen. Klar, kein Problem!
Was wir nicht wussten – die Sandstraßenfalle erwartet den arglosen Touristen noch vor der Fähranlegestelle!

Es kam, wie es kommen musste: „Huch, da ist ja schon tiefer Sand...“ und Ende. Nach einem fast geglückten Umkehrversuch steckten wir fest. Bei ca. 40 Grad im Schatten (von dem es dort leider keinen gab) und Füße verbrennendem Sand. Jeder Befreiungsversuch blieb erfolglos, so wie auch die ersten Hilferufe an vorbeifahrende 4WD-Kollegen. Irgendwann hielt dann doch endlich ein kleiner Truck und versuchte uns aus dem Schlamassel herauszuziehen.... Jetzt steckten wir beide fest. Denn er hatte sich nun auch tief in dem weichen Sand festgefahren und es ging nichts vorwärts und nichts zurück.

Glücklicherweise kamen uns einige Minuten später zwei weitere Jeeps zur Hilfe. Einer der Männer hatte wohl schon einige Erfahrung und holte zuerst den Truck, dann uns mit einem heftigen Ruck (und einem speziellen Abschleppseil) aus der Sandfalle. Er zog uns bis auf eine Stelle mit festerem Sand, von der aus wir es dann (mit fast leeren Reifen, Vollgas und Low Gear-Gang) auf einem anderen Weg bis auf die befestigte Straße schafften. Wer bremst verliert! :-)

Der zweite Versuch (dann schon am späten Mittag) glückte und wir setzten über. Geschafft! Zum Glück erreichten wir die Insel noch rechtzeitig vor der Flut, denn dann werden einzelne Teile der Strände, die hier als Highway dienen, mit Wasser überspült und das Vorankommen auf den Inlandsstraßen ist mühsam.



Als Belohnung für unsere Anstrengungen fuhren wir nun auf wunderbar festem und golden leuchtendem Sandstrand dahin und genossen den kühlen Fahrtwind. Unser Ziel war Lake McKenzie, der mit seinem glasklaren Süßwasser und leuchtend weißem Sand absolut paradiesisch ist (und jeden Prospekt der Region ziert). Wir mussten dafür einige Kilometer ins Inselinnere und wurden das erste mal mit den Inlandsstraßen konfrontiert.



Da kann sich jede europäische Buckelpiste verstecken! Durch metertiefe Schlaglöcher und weichen, tiefen Sand brauchten wir für die siebzehn Kilometer quer durch den Dschungel zwei Stunden Fahrzeit. Sensationell grausam zu fahren!! Und der See war es wert! Wirklich wunderschön, klares Wasser, weißer Sand.



Leider ließen die ersten Bremsen und Mücken nicht lange auf sich warten... Da der Weg zur nächsten Campingmöglichkeit wieder einige Stunden gedauert hätte und es schon bald dunkel werden würde, entschieden wir uns, im Dschungelcamp gemeinsam mit den Dingos und Goannas zu übernachten.


Am nächsten Morgen waren wir dafür die ersten am See und konnten ihn noch ein paar Stunden ganz allein genießen. Also – fast allein, denn die Bremsen waren in der Überzahl, richtige Monsterinsekten. Ca. 2 cm große ekelhafte Kampfbremsen, von denen mindestens drei Exemplare zeitgleich um einen kreisten, sobald man aus dem Auto stieg. Nichtmal das „Bushmans“, schätzungsweise Australiens schärfstes Insektenschutzmittel für richtige Buschmänner, konnte die Biester abhalten. Ein gemütlicher Strandspaziergang oder unbeschwertes Baden im See war dadurch leider unmöglich... Chris hat dann angefangen, seine Jagderfolge zu nummerieren...


Quer durch den Inlandsdschungel ging es deshalb mittags zurück zum Strand, auf dem wir dann noch etwas herumfuhren, ein Picknick im Meer hatten und am Abend wieder aufs Festland übersetzten, anstatt weiter zu den „Champagne Pools“ zu fahren.



Wir hatten noch ein paar Tage Zeit bis zur Auto-Rückgabe, so dass wir uns etwas die Umgebung ansehen konnten. Die gute Landluft hielt uns trotz Dauerregens bei guter Laune und Chris tobte sich auf den Gravel Roads noch ordentlich im 4WD fahren aus.
Eigentlich gab es in diesen Tagen nur drei wirklich bemerkenswerte Begebenheiten:
Erstens: Bei einem Gewinnspiel eines ortsansässigen (Land-) Radiosenders konnte man tatsächlich einen riesigen Wassertank gewinnen.
Zweitens: Wir probierten ein typisches Leckerli – den Lemmington (eine Art Kuchen).
Und drittens: Wir erlebten wahnsinnig dichten Nebel bei einer Passüberfahrt und hatten dadurch eine tolle Regenwald-im-Nebel-Kulisse.





In Brisbane genossen wir schließlich noch zwei Tage lang das Stadtleben mit Burgern, Kino (diesmal Avatar im Imax, echt sehenswert!) und Flanieren durch die Southbanks (der sog. „Backyard“ Brisbanes mit weiten Parkanlagen, einem Sandstrand, Pools und diversen Cafés).



Und dann ging es mit Sack und Pack zum Flughafen und wir kehrten dem Land mit den seltsamen Köstlichkeiten Dogs Eyes und Dead Horse, Landschaftspunkten wie Seldom Seen Creek, Noname Lookout und Ha Ha Creek den Rücken. Wir liebten die Australischen Städte, die Hilfsbereitschaft ihrer Bewohner und die schönen Strände, v.a. die der Illawara und Sapphire Coast. Fare well Australia!