Sonntag, 28. Februar 2010

Unsere letzten Australien-Abenteuer

Seit unserem letzten Blogeintrag aus Brisbane sind schon einige Tage ins Land gegangen, aber nun sind wir wieder mal online und hier kommen viele neue Berichte und Bilder :-)
Nachdem wir unseren 4WD abgeholt hatten, ging es in Richtung Norden. Das Ziel: Fraser Island. Fast schon ein Muss für jeden Australien-Besucher! Der Weg dorthin führte uns vorbei an den Glasshouse Mountains und entlang der hübschen Sunshine Coast inklusive dem sympathischen Örtchen Noosa Heads.


Auf unserem Weg begleiteten uns schöne Strände und super Wetter. Unser für Fraser Island neu erworbenes Zelt stellten wir probeweise in Peregian Beach auf und zum Abendessen gabs frisch auf dem Campinggaskocher zubereitete Pasta mit scharfer Tomaten-Thunfisch-Soße, dazu Cracker. Köstliches Campingessen! ;-)

Am nächsten Tag wurde es dann ernst und wir machten uns mit den vorab organisierten Permits für uns, unser Zelt und unser Auto auf den Weg nach Fraser Island. Man hatte uns bereits darauf hingewiesen, dass wir für die Sandstraßen dort (die Insel ist eine reine Sandinsel, auf der es keine Straßen im bekannten Sinne gibt) besser die Luft aus den Autoreifen lassen. Klar, kein Problem!
Was wir nicht wussten – die Sandstraßenfalle erwartet den arglosen Touristen noch vor der Fähranlegestelle!

Es kam, wie es kommen musste: „Huch, da ist ja schon tiefer Sand...“ und Ende. Nach einem fast geglückten Umkehrversuch steckten wir fest. Bei ca. 40 Grad im Schatten (von dem es dort leider keinen gab) und Füße verbrennendem Sand. Jeder Befreiungsversuch blieb erfolglos, so wie auch die ersten Hilferufe an vorbeifahrende 4WD-Kollegen. Irgendwann hielt dann doch endlich ein kleiner Truck und versuchte uns aus dem Schlamassel herauszuziehen.... Jetzt steckten wir beide fest. Denn er hatte sich nun auch tief in dem weichen Sand festgefahren und es ging nichts vorwärts und nichts zurück.

Glücklicherweise kamen uns einige Minuten später zwei weitere Jeeps zur Hilfe. Einer der Männer hatte wohl schon einige Erfahrung und holte zuerst den Truck, dann uns mit einem heftigen Ruck (und einem speziellen Abschleppseil) aus der Sandfalle. Er zog uns bis auf eine Stelle mit festerem Sand, von der aus wir es dann (mit fast leeren Reifen, Vollgas und Low Gear-Gang) auf einem anderen Weg bis auf die befestigte Straße schafften. Wer bremst verliert! :-)

Der zweite Versuch (dann schon am späten Mittag) glückte und wir setzten über. Geschafft! Zum Glück erreichten wir die Insel noch rechtzeitig vor der Flut, denn dann werden einzelne Teile der Strände, die hier als Highway dienen, mit Wasser überspült und das Vorankommen auf den Inlandsstraßen ist mühsam.



Als Belohnung für unsere Anstrengungen fuhren wir nun auf wunderbar festem und golden leuchtendem Sandstrand dahin und genossen den kühlen Fahrtwind. Unser Ziel war Lake McKenzie, der mit seinem glasklaren Süßwasser und leuchtend weißem Sand absolut paradiesisch ist (und jeden Prospekt der Region ziert). Wir mussten dafür einige Kilometer ins Inselinnere und wurden das erste mal mit den Inlandsstraßen konfrontiert.



Da kann sich jede europäische Buckelpiste verstecken! Durch metertiefe Schlaglöcher und weichen, tiefen Sand brauchten wir für die siebzehn Kilometer quer durch den Dschungel zwei Stunden Fahrzeit. Sensationell grausam zu fahren!! Und der See war es wert! Wirklich wunderschön, klares Wasser, weißer Sand.



Leider ließen die ersten Bremsen und Mücken nicht lange auf sich warten... Da der Weg zur nächsten Campingmöglichkeit wieder einige Stunden gedauert hätte und es schon bald dunkel werden würde, entschieden wir uns, im Dschungelcamp gemeinsam mit den Dingos und Goannas zu übernachten.


Am nächsten Morgen waren wir dafür die ersten am See und konnten ihn noch ein paar Stunden ganz allein genießen. Also – fast allein, denn die Bremsen waren in der Überzahl, richtige Monsterinsekten. Ca. 2 cm große ekelhafte Kampfbremsen, von denen mindestens drei Exemplare zeitgleich um einen kreisten, sobald man aus dem Auto stieg. Nichtmal das „Bushmans“, schätzungsweise Australiens schärfstes Insektenschutzmittel für richtige Buschmänner, konnte die Biester abhalten. Ein gemütlicher Strandspaziergang oder unbeschwertes Baden im See war dadurch leider unmöglich... Chris hat dann angefangen, seine Jagderfolge zu nummerieren...


Quer durch den Inlandsdschungel ging es deshalb mittags zurück zum Strand, auf dem wir dann noch etwas herumfuhren, ein Picknick im Meer hatten und am Abend wieder aufs Festland übersetzten, anstatt weiter zu den „Champagne Pools“ zu fahren.



Wir hatten noch ein paar Tage Zeit bis zur Auto-Rückgabe, so dass wir uns etwas die Umgebung ansehen konnten. Die gute Landluft hielt uns trotz Dauerregens bei guter Laune und Chris tobte sich auf den Gravel Roads noch ordentlich im 4WD fahren aus.
Eigentlich gab es in diesen Tagen nur drei wirklich bemerkenswerte Begebenheiten:
Erstens: Bei einem Gewinnspiel eines ortsansässigen (Land-) Radiosenders konnte man tatsächlich einen riesigen Wassertank gewinnen.
Zweitens: Wir probierten ein typisches Leckerli – den Lemmington (eine Art Kuchen).
Und drittens: Wir erlebten wahnsinnig dichten Nebel bei einer Passüberfahrt und hatten dadurch eine tolle Regenwald-im-Nebel-Kulisse.





In Brisbane genossen wir schließlich noch zwei Tage lang das Stadtleben mit Burgern, Kino (diesmal Avatar im Imax, echt sehenswert!) und Flanieren durch die Southbanks (der sog. „Backyard“ Brisbanes mit weiten Parkanlagen, einem Sandstrand, Pools und diversen Cafés).



Und dann ging es mit Sack und Pack zum Flughafen und wir kehrten dem Land mit den seltsamen Köstlichkeiten Dogs Eyes und Dead Horse, Landschaftspunkten wie Seldom Seen Creek, Noname Lookout und Ha Ha Creek den Rücken. Wir liebten die Australischen Städte, die Hilfsbereitschaft ihrer Bewohner und die schönen Strände, v.a. die der Illawara und Sapphire Coast. Fare well Australia!

3 Kommentare:

  1. ah..... wieder mal fotos zum niederknien *neid*
    da lach ich mir sogar ein bisschen ins fäustchen wenns nicht so perfekt läuft und ihr im sand stecken bleibt - hihi ;-)
    nein spaß beiseite - ich glaub am strand entlangzudüsen muss extrem geil sein! mag auch!!!
    avatar hab ich übrigens auch gesehen - natürlich! - und hat mir sehr gut gefallen!
    wann kommt ihr genau zurück?
    und wann nach sbg?
    kisses and take care
    nina

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  2. Wassertanks sind wichtig!! ... und gar nicht guenstig! :)
    Freut mich das Ihr eine so tolle Zeit in meiner neuen Heimat hattet!

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  3. Hallo Jana,
    bevor Ihr wieder nach Hause kommt, ein paar herzliche Grüße von "Tante" Hannelore.
    Ja man müsste noch mal so jung sein wie Ihr, ich würde auch sofort losreisen, geniest es und behaltet viele unvergessliche Eindrücke, bleibt gesund und kehrt unversehrt zurück. Ich wünsche Euch noch viel Spaß, spannende Erlebnisse und noch viel mehr......
    Liebe Grüße
    Hannelore

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