Bevor wir nun so richtig in Neuseeland ankommen, möchten wir uns an dieser Stelle gern für Euer reges Interesse und die vielen lieben Kommentare und Wünsche bedanken! Aufgrund unserer oft recht begrenzten Internetzeit können wir nicht jeden Kommentar beantworten, aber wir freuen uns immer riesig, wenn Ihr uns wieder ein paar Worte hinterlassen habt!!
So, nun aber zu Auckland. Dort erwartete uns ein luxuriöses Zimmer im Rendevouz-Hotel und eine sympathische, lebhafte Stadt. Wir spazierten zum und durch den Hafen, aßen Sushi und Eis und ließen es uns richtig gut gehen. Denn am nächsten Tag ging schon unser Flug in Richtung Abenteuer...
Mit Hindernissen, denn die Fluglinie (oder der Pilot, da sind wir uns nicht so sicher), wollte uns nicht wie gebucht bis nach Queenstown fliegen, sondern setzte uns in Christchurch ab, was uns ca. sieben Stunden Busfahrt schenkte, in der wir schon einen ersten Eindruck der Landschaft sammeln konnten, die uns da erwartete.
In Queenstown angekommen verschafften wir uns einen ersten Einblick und Chris konnte es kaum erwarten, in die Bergwelt aufzubrechen. Gesagt getan – Rucksäcke gepackt und los gings! Mit schwerem Gepäck (Zelt, Schlafsäcke, Campingkocher und -geschirr, warme Sachen und Essen für eine ganze Woche) machten wir uns zu Fuß auf den Weg, den Greenstone Valley und Routeburn Track zu erkunden. Gleich in der ersten Nacht hatten wir eine wunderschöne Stelle für unser Zelt – neben einem leuchtend blauen See, umgeben von Bergen.
Die folgenden Tage hieß es dann gehen, gehen, gehen... Wir durchquerten dabei tiefe Wälder (die teilweise durch den Wind laut knarrten), sprangen oder balancierten über Flüsse und bewegten uns zwischen Klimazonen! Und die Belohnung: neben atemberaubenden Ausblicken an der Berghütte ankommen und abendessen... was für ein Gefühl, die Bergschuhe auszuziehen und die Füße hochzulegen. Dazu eine Portion Fertignudeln aus der kleinen Plastikschüssel und ein bisschen was von dem „Hikers Energy“ Nussmix zum Dessert. Der Himmel auf Erden! Und danach schnell in den warmen Schlafsack...
Mitten auf dem Routeburn Track überkam uns dann leider doch noch ein Regentief, nachdem wir die vorherigen vier Tage immer gutes Wetter erwischten, und wir stiegen die ca. 3 Stunden zum Harris Saddle im strömenden Regen und eisigem Fjordwind auf. Chris vermutet ja, dass es am Namen liegt und Harry seine Finger im Spiel hatte. :-) Was für ein Anblick war da ein paar Stunden später die nicht mehr weit entfernte Hütte, in der, das verriet uns der aufsteigende Rauch, der Ofen schon angeheizt war! Wir tauschten für diese Nacht das Zelt gegen eine Hüttenkoje und genossen unsere letzten Vorräte am wärmenden Ofen.
Der nächste Tag führte uns ans Ende vom Routeburn Track und zurück in die Welt von Autos und Straßen. Wir erwischten den Ein-Uhr-Bus und kamen geschafft aber glücklich in dem wirklich sehr kleinen aber absolut liebenswerten Ort Glenorchy an. Dort erwartete uns ein sehr kleines Backpacker-Zimmer, das aber nach einer Woche in den Bergen das bequemste Bett der Welt für uns bereit hielt! Dazu eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Mahl. Wir bestellten so ziemlich alles, was es gab: Fish&Chips, Sushi, Scones mit Butter, Ei-Sandwiches, Cola und zwei große Kaffee Latte. Danach waren wir ziemlich platt und Jana brauchte erst mal ein kleines Nachmittagsschläfchen.
Gut so, denn am nächsten Tag sollte es auf einen ganztägigen Ausritt gehen! Mit Fred, Ryan (so hießen unsere Pferde) und einem Guide von High Country Horses erkundeten wir im Sattel die Umgebung von Glenorchy, wo einige Szenen aus „Herr der Ringe“ gedreht wurden. Chris übrigens auch kurz außerhalb des Sattels, nach dem er und Fred etwas zu übermütig dahingaloppierten ;-)))
Übrigens: zum Frühstück bekamen wir an diesem Tag, glaubt es oder nicht, richtige Weißwürscht serviert!! Thomas, der Chefkoch des Glenorchy Hotels, hatte tatsächlich welche vorrätig. Lecker so ein Stück Heimat am anderen Ende der Welt! Thank you Thomas!
Zurück in Queenstown legten wir noch einen eher ruhigen Tag ein – mit Lunch im Skyline Restaurant hoch über der Stadt (zur Abwechslung liefen wir nicht, sondern fuhren mit der Gondel hinauf), Minigolf und - nach vielen Wochen das erste mal - Fernsehen. Am nächsten Tag holten wir unseren Campervan, mit dem wir den Rest der Insel erkundeten.
Zuerst gings zum Milford Sound. Nicht umsonst DAS must do in Neuseeland. Schon der Weg dorthin war ein Erlebnis. Die Straße war gesäumt von hohen Bergen, von denen ein jeder an die zwanzig Wasserfälle hatte. Je näher wir an Milford Sound kamen, desto mehr wurden es und die Berge sahen fast so aus, als würden sie im Inneren aus Wasser bestehen und aus vielen kleinen und großen Löchern Wasser verlieren. Atemberaubend schön!
Am nächsten Morgen machten wir eine Rundfahrt auf dem Sound, ca. 90 Minuten auf einem kleinen Schiff. Es war neblig und kalt, die Wolken hingen tief und wir konnten viele Gipfel der umliegenden Berge nicht sehen. Aber all das trug zu einer schon fast mystischen Stimmung bei. Durch das regnerische Wetter waren hunderte Wasserfälle zu sehen. Durch einige stürzten tosende Wassermassen hinunter ins Meer, andere sahen aus wie dünne Fäden, die sich zuerst den Berg hinunter schlängelten und dann vom Wind zerstäubt wurden, bevor sie unten ankamen. Ein ganz besonderer Anblick.
Weiter gings dann nach Dunedin, eine mittelgroße, eher gemütliche Stadt, in der wir uns die Catbury's Schokoladenfabrik mal etwas genauer ansahen. Mit in regelmäßigen Abständen verabreichten Schokoladenkostproben wurden wir durch die Fabrik gelockt und hatten eine leckere und unterhaltsame Stunde. Das einzige Schloss Neuseelands, Larnach Castle, auf der Otago Peninsula ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Vor allem Jana ließ sich von der wunderschönen Anlage und der bewegten Geschichte des Schlosses bezaubern. Bezaubernd endete der Tag dann auch - bei der Mitternachtspremiere von „Alice“ in 3D, genial!
Chris verdiente sich am nächsten Morgen ein Zertifikat. Denn das gibt es in Dunedin, wenn man die weltweit steilste Straße mit seinem Auto befährt! Dass wir nur einen in die Jahre gekommenen Campervan unterm Hintern hatten, hielt Chris nicht ab... ;)
Zum Glück haben wir für den weiteren Straßenverlauf diese zusätzlichen Fahrkenntnisse nicht mehr gebraucht... Zu den Elephant Rocks, den Clay Cliffs und den Moeraki Boulders haben wir auf ganz normalen Straßen gefunden ;) Dafür waren diese Gesteinsformationen alles andere als normal: die Boulders sind riesige Steinkugeln, die da einfach so am Strand herum liegen wie vergessene Boule-Kugeln von Riesen! Sehr rätselhaft.
Unser weiterer Weg führte vorbei an türkis leuchtenden Seen (dem Lake Pukaki und Tekapo) zum Mount Cook. Seinen vergletscherten Gipfel konnten wir nur kurz durch ein kleines Sonnenloch sehen, aber auch sein Nachbar, der Mount Sefton war ziemlich imposant. Auf der Weiterfahrt hielten wir an einer Lachsfarm und holten unser Abendessen – fangfrischen Lachs. Mjam!
Den Camper tauschten wir dann am nächsten Tag kurz gegen ein Jet Boat ein, mit dem wir im Highspeed-Tempo die versteckten Schluchten des Rakaia Flusses erforschten.Dafür war der Abend dann etwas weniger adventurous – wir ließen ihn in den heißen Quellen bei Hanmer Springs ausklingen. Die waren auch nicht ganz so reißend wie der Wasserfall, den Chris am nächsten Tag nach dem Überqueren des Lewis Pass für eine kleine Abkühlung nutzte...
Nach einer ganztägigen und ziemlich anstrengenden Tagestour auf den Mount Owen (laut Chris der steilste Wanderpfad, den er je gegangen ist) verbrachten wir den gestrigen Tag in der kleinen, hübschen Stadt Nelson und sind nun gerade auf der Fähre, die uns von Picton auf die Nordinsel bringt. Dort erwartet uns noch die andere Hälfte Neuseelands!
Von dort lesen wir uns wieder!
Jana & Chris
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenWahnsinns Fotos!!! Die Suedinsel ruft! :)
AntwortenLöschenKann's nicht glauben, dass Ihr nun schon auf der Nordinsel unterwegs seid! Geniesst, geniesst, geniesst das Reisen weiterhin in vollen Zuegen!
Das ist ja nicht nur eine Reise, sondern der blanke Wahnsinn! Wir sind immer sehr auf Euere Berichte gespannt - schöner als Kino!
AntwortenLöschenViele schöne Erlebnisse wünschen wir Euch noch und immer hilfsbereite Weggefährten.
Habt es mit der Rückreise nicht so eilig, denn hier will der Frühling immer noch nicht kommen.
alles Gute wünschen Euch Karl und Regina
Jaja am Mount Hari weht natürlich ein eisiger Wind. Umso cooler dass ihr ihn trotzdem bezwungen habt. Da macht der Bergfriedl seinem Namen alle Ehre :-) Für Dich muss ich mir jetzt auch einen Spitznamen ausdenken Jana.
AntwortenLöschenDie Bilder schaun super aus, da bekommt man das Gefühl bei euch is es fast wie im Urlaub :-)
Bei mir ist alles Roger in Kambodscha, freu mich schon auf euren nächsten Lagebericht.
Es grüßt euch der Monty
Keine Ahnung, ob Ihr schon auf dem Weg nach Fiji oder ganz und gar schon in Fiji seid... wir hoffen der Sturm richtet nicht zu viel Schaden an und Ihr passt ja gut auf Euch auf!
AntwortenLöschenHey Jana und Chris,
AntwortenLöschenda kommen bei mir ja ganz alte Erinnerungen hoch, wenn ich Eure Erlebisse aus Neuseeland lese!!! Ich beneide Euch - bei mir ist es jetzt 17 Jahre her, dass ich dort war - Wahnsinn.
Wünsche Euch noch eine tolle Zeit, freue mich aber auch schon drauf, wenn Ihr wieder zurück in München seid, damit wir mal wieder ins Laimers gehen können - das ist nämlich bei mir grad um die Ecke! Liebe Grüße ans andere Ende der Welt, Anja
Ich werd narrisch! Super Bilder. Nachdem es bei uns die letzte beiden Wochen mal wieder alle Herr der Ringe Teile im Fernsehen zu bewundern gab, glaube ich zu wissen wie ihr euch in dieser atemberaubenden Landschaft gefühlt habt. Yeah. Go on tracking. Ich flieg derweil noch ein bisserl mit dem Nazgul durchs Wohnzimmer :-)
AntwortenLöschenViel Spaß noch die letzten Tage!!!
Andy