Mit unseren gelben, wohlduftenden Blumenkränzen fuhren wir gegen Mitternacht zu unserem Hotel in Apia. Apia ist als Hauptstadt des aufstrebenden Entwicklungslandes Samoa in den letzten Jahren sehr stark und schnell gewachsen, so dass eigentlich überall gebaut wird. Dazu kommen natürlich Probleme wie Müll und wilde Hunde, die leider das Stadtbild prägen... Eine Stadt im Paradies hatten wir uns anders vorgestellt, aber angeblich sind die Hauptstädte von Fiji und anderen Inselnationen noch schlimmer. Prost Mahlzeit, wir raten jedem davon ab, mehr als einen Tag dort zu verbringen!
Wirklich interessant war hingegen der Markt, auf dem wir uns zum Mittagessen Palusami erhandelten, ein traditionelles Gericht aus Taro-Blättern und Kokosnusscreme, und Bananapancakes, kleine Minikrapfen aus Bananenteig. Beides äußerst lecker! Leider manches zum dreifachen Preis, da wir unschwer als Touristen zu erkennen waren und als solche oft nicht sehr freundlich behandelt wurden. Das ist leider eine Erfahrung, die sich die zwei Wochen vor allem für Jana durchzog. Die Samoaner begegneten uns oft nicht freundlich, eher abweisend und Männer teilweise abschätzig. Die einladenden, lächelnden Gesichter, die einen von jedem Werbeprospekt entgegenstrahlen, sahen wir leider nicht viel. Trotz aller Anstrengungen unsererseits bezüglich Kleidung, Verhalten usw...
Allerdings hielt unser erster Tag in Samoa gleich eine besondere Begegnung für uns bereit: Die frisch gegründete Samoanische Damen-Cricketmannschaft feierte an unserem Hotelpool ihren Sieg über die Fijianische Mannschaft und lud uns gleich zu sich ein, gab jede Menge Bier und Wein aus und nahm uns später mit in eine Bar Downtown. Ein toller Abend!
Am folgenden Tag besuchten wir das Robert Louis Stevenson Museum und am Nachmittag feuerten wir „unsere“ Cricketmannschaft an, die ihr letztes Teilspiel gegen Fiji bestritt. Ein Cricketspiel besteht aus drei Teilspielen, die jeweils den ganzen Tag dauern und von denen zwei gewonnen werden müssen. Zwei Mannschaften, in denen es Werfer und Fänger gibt und es sieht auf den ersten Blick aus wie Baseball, ist aber ganz anders. Nach und nach erklärten uns die Profis ihr Spiel, so dass wir zumindest in den richtigen Momenten jubeln konnten :-)

Lalomanu soll der schönste Strand Samoas sein – also nichts wie hin! Dachten wir uns und machten uns am nächsten Vormittag mit dem öffentlichen Bus auf den Weg ans andere Ende der Insel. Zwei Stunden Fahrt auf Holzbänken zwischen eher stärker beleibten Samoanern, auf jeden Fall ein Erlebnis. Aber irgendwann waren wir dann da und wir fragten beim Aussteigen den Busfahrer, wann er denn wieder da sei, um uns für die Rückfahrt nach Apia aufzusammeln. Wir erhielten die Antwort fünf Uhr.
Also gingen wir runter zum Strand (der erste und einzige der gesamten ersten Woche auf Samoa!)... Der Tsunami vor einem halben Jahr hatte große Verwüstung angerichtet, von der leider immer noch sehr viel zu sehen war. Der schönste Strand Samoas voller Unrat, umgeworfener Bäume, eingestürzter Häuser und Wracks... Damit nicht genug – es setzte starker Dauerregen ein und wir flüchteten uns unter eine der kleinen, wieder aufgebauten Lalomanu Beach Fales. In der Nähe gab es eine Art Imbiss mit Terrasse, wo wir uns dann im Trockenen eine Portion Fish&Chips teilten und von dem Inhaber angesprochen wurden, wo wir denn heute übernachten würden. Wir sagten „In Apia“ und er schaute mitleidig wissend. Warum wurde uns dann nach dem folgenden Gespräch klar: Nach Mittag fährt kein Bus mehr in Richtung Apia... Das heißt, der Busfahrer kommt nicht um fünf Uhr am Nachmittag zurück, sondern um fünf Uhr am nächsten Morgen!?
Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Apia und hofften auf eine Mitfahrgelegenheit. Schließlich ergatterten wir ein Taxi, das uns dann zurückbrachte...
Was für ein Tag.
Nach Apia stand als nächstes Manono Island auf dem Programm. Wir machten uns mit Taxi und Boot auf dem Weg zu der kleinen Insel, auf der uns das „Sunset View Beach Resort“ erwartete. Der Reiseführer versprach eine paradiesische, ruhige Insel mit weißen Stränden. Wir waren da – Strand und Resort leider nicht. Hinter dem Steg, an dem wir anlegten, befand sich eine große Baustelle aber kein Resort. Wir bezogen die für uns reservierte kleine „Beach Fale“, die in den letzten Monaten wohl nie einen Besen oder gar einen Putzlappen gesehen hatte, was den dort lebenden kleinen Krabbelinsekten sichtlich gefiel. Uns weniger. Wir machten uns nach dem „Einchecken“ also gleich auf den Weg, einmal die Insel zu umrunden und vielleicht doch noch irgendwo einen Strand zu entdecken. Fehlanzeige. Mit diversen Pausen, um uns vor dem immer wieder einsetzenden Regen unterzustellen, brauchten wir ca. 2 Stunden, um einmal die Insel zu umrunden. Da die Aktivitäten damit dann auch schon so ziemlich erschöpft waren, freuten wir uns für auf die Weiterreise am nächsten Tag...
In unserem dritten und letzten Domizil lag nun unsere ganze Hoffnung auf Strand, Sonne und Paradiesfeeling. Und tatsächlich: Das Sa’moana Resort hatte einen (zwar sehr kleinen, aber immerhin) Strand und war eine sehr schöne Anlage mit Palmen, kleinen Hütten und Liegestühlen hier und da. Hier verbrachten wir dann eine sorgenfreie Woche mit viel Scrabble-Spielen (der Regen überkam uns auch hier sehr oft), Kajakfahren, Schnorcheln und Lesen.

Chris machte außerdem noch einen Ausflug zum sagenumwobenen To Sua Ocean Trench, einer riesigen Meeresausspülung, in die man über eine Holzleiter 15m hinabsteigen und hinein schnorcheln kann. Fantastisch! Auch der knapp 60m tiefe Wasserfall, den wir anschließend noch aufsuchten, ist schwer in Worte zu fassen und einfach beeindruckend. Wie die Sonnenuntergänge...



Bei einer Fia-Fia-Nacht, einem Abend mit traditionellem Essen und Tanz, probierten wir Kava (das leicht betäubende Getränk aus der Kavawurzel) und aßen viele leckere Sachen: Palusami, Tarowurzel und Brotfrucht mit Kokoscreme, in Kokos und Limone marinierter Fisch, Hühnchen und eine Art süßes Brot mit Karamell. Dazu gabs frische Kokosnuss zum trinken. Sehr lecker!! Und wir natürlich in unseren Lava Lavas, den traditionellen „Röcken“ in Samoa, die Männer und Frauen gleichermaßen tragen.
Der Zyklon, der zwei Tage später dicht an Samoa vorbei zog, brachte uns eine aufregende und äußerst stürmische Nacht mit permanentem Stromausfall, fehlender Wasserversorgung (alle Wasserpumpen laufen mit Strom) und allem, was Spaß macht. Aber uns ist nichts passiert und wir konnten uns noch zwei Tage von diesem Erlebnis erholen, das uns glücklich sein ließ, bloß die Ausläufer des Sturms mitbekommen zu haben.
Und dann gings auch schon wieder zum Flughafen und weiter in Richtung Neuseeland, wo uns wieder etwas komplett anderes erwartete... to be continued soon ;-) Bis dahin mit ganz lieben Grüßen, Jana und Chris
Hey Chris, ich will dich hier auch nur noch im Rock sehen, dann werde ich dir auch garnatiert hinterherpfeifen! Also Jana ich würde mal sagen, dein Foto mit dem Cocktail am Strand muß unbedingt in einen Samoa-Katalog! Das ist ja unverschämt dekadent :-) Und Sauerei, bist du braun!!! Mist, jetzt bekomme ich doch Lust auf Palmen, v.a. da bei uns der Möchtegern Frühling mit 15Grad ausgebrochen ist. Nicht Fisch noch Fleisch. Eigentlich will ich ja nochmal nen halben Meter Schnee, aber den kann ich mir hier jetzt wohl Abschminken. Also dann doch lieber gleich richtigen Sommer und keinen Schneematsch ;-(
AntwortenLöschenAlso ich muß schon sagen, geile Fotos! Dafür würde ich auch mal ein paar Widrigkeiten auf mich nehmen (das Chaos erinnert mich irgendwie an Jamaika...).
Viel Spaß noch ihr zwei Hübschen!
Andy
mh... das essen schaut übrigens super gschmackig aus! ich erwarte mir auf diese art und weise bekocht zu werden wenn ihr wieder da seits! ;-)
AntwortenLöschendie schnorchelschlucht schaut auch extrem spannend aus! was gesehen dort?
chrissi du bist übrigens soooo braun - so viel zu viel braun ;-) so hab i di noch nie gsehn! gg
yours sista
schön, wieder was von euch zu lesen. :-)
AntwortenLöschenich denke nach den strapazen im treibsand und mit den samoanern tut euch ein wenig erholung gut. wir denken oft und gerne an euch und wir müssen zugeben, dass ihr uns fehlt. das ist aber ziemlich egoistisch von uns, also macht euer ding und genießt den wind um eure nasen ...
mums und ich sind stolz auf euch, wie ihr das alles meistert. wir drücken euch ganz lieb und ein busserl aus der heimat für euch. mums + franz
p.s. großhadern hat den orkan überlebt.
Hallo Chris und Jana,
AntwortenLöschengroße Hochachtung und anteilige Freude an das erlebte bzw. die schönen, erlebnisreichen Berichte. Wenn ich an meiner „my Lifetime“ etwas drehen könnte, würde ich mich für so einen "Tripp" auch entscheiden. Wenn Ihr an den Jukon kommt, denkt an mich...Nach dem Motto - i'm not going back to work! -i'm not -I'm not- I'm not.
gruss vom cousin
Jana und (unbekannter Weise) Chris,
AntwortenLöschenVorsicht, wir beobachten Euch auf Schritt und Tritt und durchaus mit Interesse an dem, was Ihr so anstellt.
Beste Grüße aus Sachsen, wo es - wie allgemein bekannt - immer gemütlich und freundlich zugeht,
Regina und Karl
Hi ho, freut mich sehr was von euch zu hören. Da habt ihr ja einiges an Strapazen durchgemacht, wenn ich mir die Schilderungen so durchlese... Einige Fotos schaun mich dafür richtig cool an, zb die Schnorchelgrotte oder die Sonnenuntergänge. Find ich arg dass man noch immer die Tsunami-Spuren sieht.
AntwortenLöschenHab beschlossen, dass ich doch nicht nach Samoa fahrn werd, genieß meine jetzige Urlaubswoche in Salzburg, am Wochenende war ich in Bad Schallerbach in der Therme. War seeehr entspannend, wenn auch sicher nicht so actionreich wie bei euch.
Übrigens Pflug werd ich über Ostern in Salzburg sein, da bist ja schon wieder im Lande wenn ich mich recht entsinne?
Jo dann wünsch ich weiterhin eine schöne Zeit mit keinen allzu zachen Erlebnissen mehr. Lasst euch nicht stören aber bald wieder von euch hören!
Bis bald, Harry der Pöt :-)
Servus Jana :-)
AntwortenLöschenGschmeidige Bilder habts Ihr in Eurem Blog !!!
Da könnt ma ja fast neidisch werden wenn man bedenkt, dass hier am Wochenende der Winter wieder einkehrt *g*
Wie hat denn der Lachs geschmeckt????????
*neugier*
Lieber Gruß und dickes knuddel
Da Chris ;-)
Hallo Ihr Süssen, sehr beruhigend für uns zu wissen, wenn wir die Berichte lesen, dass Ihr die Widrigkeiten
AntwortenLöschenbereits heil überstanden habt!
Da es ja Urlaub ist, ließ die "Belohnung" nicht lange auf sich warten, zum Glück!
Wir sind schon sehr gespannt, welche Erlebnisse der besonderen Art auf Neuseeland auf Euch warten.
Während wir gemütlich auf dem Sofa liegen, weht Euch raue Abenteuerluft um die (zgg sehr braunen) Ohren.
Bei uns ist der Winter wieder eingekehrt, Bräune nur aus der Konserve. Glg und bis bald, Eure Mampaps